Informationen zur Paulusmedaille für den Altargrundstein der Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig

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Bildnismedaille des Apostels Paulus für den Altargrundstein und als Dankeschön für Spender und Stifter
Anlässlich des 600-jährigen Jubiläums der Universität Leipzig und der Wiedergewinnung der Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig hat die Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig" insgesamt 250 bronzene, streng limitierte und einzeln nummerierte Nachprägungen derjenigen Bildnismedaille des Apostels Paulus in Auftrag gegeben, die 1643 bei Arbeiten zur Erneuerung des Chorraumes der Kirche mit Freilegung des Grundsteines gefunden wurde. Nummer 1 dieser Medaille hat die Stiftung am 29. Mai 2009, dem ersten Jahrestag ihrer Gründung, dem Universitätsgottesdienst mit der Maßgabe überlassen, diese im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in den Altargrundstein der neuen Universitätskirche St. Pauli einzubringen. Diese Grundsteinlegung erfolgte am 2. Dezember 2014.  


Paulusmedaille der Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig"



Zur Geschichte der Paulusmedaille
Ende des 15. Jahrhunderts/Anfang des 16. Jahrhunderts wurde in einer unbekannten römischen Werkstatt das Original der Bildnismedaille des Apostels Paulus hergestellt. Dominikanermönche haben diese Medaille vermutlich von Italien nach Leipzig gebracht. Nach dem derzeitigen Stand der Forschung wurde sie im Jahr 1519 bei Umbauarbeiten in den Grund der Kirche eingebracht. 1643 mussten aufgrund der Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges die Festungsbauten der Stadtmauer vor dem Chorraum der Kirche erneuert werden, weswegen der Chorraum erneut verkürzt wurde. Bei dieser Gelegenheit hob man den Grundstein und fand die Medaille. Die Fundamente, in deren Grundstein die Medaille sich fand, gehörten zum ursprünglichen Chor der Klosterkirche aus dem 13. Jahrhundert. Das „Leipzigische Chronicon" des Magisters Johann Jacob Vogel (1660 - 1729) von 1696 berichtet mit nachfolgender Darstellung über die Paulusmedaille.

Darstellung der Paulusmedaille aus: „Leipzigische Chronicon" des Magisters Johann Jacob Vogel von 1696

Abbildung der historischen Paulusmedaille aus dem "Leipzigischen Chronicon"
des Magisters Johann Jacob Vogel (1696)



Die Medaille zeigt auf der Vorderseite das von einem Heiligenschein umgebene Profilbildnis des Apostels Paulus. Umlaufend ist die Inschrift „PAVLVS APOSTOLVS VAS ELECTIONIS" zu lesen: „Apostel Paulus, Gefäß der Erwählung" (Gottes). Der rückwärtige Text der Medaille gibt in leicht abgeändertem Wortlaut Psalm 67,27 f. nach der Vulgata wieder. Übersetzt lautet er: „Lobt Gott den Herrn in der Höhe vor den Brunnen Israel. Da ist Benjamin, der Jüngste, in Verzückung." Der Apostel Paulus ordnete seine Herkunft dem jüngsten Stamm Jacobs, Benjamin, zu. Sein Name bedeutet auf lateinisch „der Kleine". Die Dominikaner schmückten sich gern mit dieser demütigen Selbstkennzeichnung, wiewohl sie sich sehr bald zum mächtigsten vorreformatorischen Mönchsorden entwickelten. Die besondere Patronatsbeziehung zum Apostel Paulus resultiert in erster Linie aus dem Wirken der Dominikaner als Predigerorden. Dass Paulus für Martin Luther zum biblischen Hauptzeugen der Reformation wurde, machte das Patrozinium dieser Kirche auch für die evangelische Predigt und Lehre besonders wertvoll. Es existieren heute europaweit noch weitere in Bronze gefertigte Exemplare der Paulusmedaille, unter anderem auch eine im Münzkabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Jüngere Forschungsergebnisse gehen inzwischen davon aus, dass es sich bei der Dresdner Paulusmedaille um das in Leipzig geborgene Original handeln könnte.


In der von der Stiftung in Auftrag gegebenen Medaillennachbildung wurde auf der Rückseite in Ergänzung des Originals zusätzlich folgender Text geprägt: "SVB PATRONATV PAVLI APOSTOLI" (in der oberen Hälfte) und "* 1229 * 1409 * 1545 * 2009*" (in der unteren Hälfte). Die Jahreszahlen erinnern an das Jahr der Klostergründung, an das Jahr der Gründung der Universität Leipzig, das Jahr der Weihe der Universitätskirche St. Pauli durch Martin Luther und das Jahr des 600-jährigen Jubiläums der Universität.