PaulinerForum


Das PaulinerForum ist eine an die Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig gebundene, neue Diskursplattform, die in künftig jährlichem Rhythmus aktuelle Debatten um Religion, Kultur und Politik aufgreift, um Bürgerengagement zu fördern und Orientierungshilfen in den immer unübersichtlicher werdenden gesellschaftspolitischen Themenfeldern zu geben. Das Forum wird getragen von der Universität Leipzig, insbesondere dem Institut für Praktische Theologie. Projektpartner ist die Stiftung "Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig", die das PaulinerForum finanziert. Im Blick auf die konkrete Tagungsorganisation wird das PaulinerForum unterstützt durch die Evangelische Verlagsanstalt. In seiner Doppelfunktion als Aula und Kirche versinnbildlicht der Ort der gesprengten, alten Universitätskirche St. Pauli den Diskurs zwischen Wissenschaft und Religion und richtet den Fokus auf die gesellschaftspolitischen Debatten um die Deutung der Vergangenheit und die Gestaltung von Gegenwart und Zukunft. Damit steht es in der großen Leipziger Tradition der Friedlichen Revolution und deren Eintreten für Freiheit und Demokratie.  

Das erste PaulinerForum wird am 29. Mai 2019 um 17:00 Uhr am Leipziger Augustusplatz in der Universitätskirche St. Pauli und Aula stattfinden. Unter dem Titel "Staat ohne Gott?" wird der renommierte und mehrfach ausgezeichnete Würzburger Rechtsphilosoph, Staats- und Verwaltungsrechtler Horst Dreier zum Thema Verfassungsstaat und Gottesfrage sprechen. An Dreiers Vortrag wird sich eine Podiumsdiskussion mit dem international angesehenen Religionsphilosophen und Theologen Ingolf U. Dalferth (2017 Inhaber der Leipziger Leibniz-Professur) und dem u.a. für das Arbeitsgebiet Menschenwürde und Menschenrechte bekannten Leipziger Ordinarius für Öffentliches Recht, Staats- und Verfassungslehre Christoph Enders anschließen. Die Moderation dieses Gespräches übernimmt der FAZ-Redakteur Reinhard Bingener.

Horst Dreier, Autor des 2018 erschienenen und viel diskutierten Buches "Staat ohne Gott", plädiert für einen freiheitlichen Verfassungsstaat, in dem die Autorität des Rechts von bestimmten Glaubens- oder Weltanschauungsüberzeugungen abgekoppelt ist. Der säkulare Staat ruht auf den beiden Säulen von individueller Religionsfreiheit aller Bürgerinnen und Bürger einerseits und der religiös-weltanschaulichen Neutralität des Staates andererseits. Darin ist vorausgesetzt, dass Staat und Gesellschaft klar unterschieden bleiben. Staat ohne Gott heißt gerade nicht: Mensch ohne Gott oder Gesellschaft ohne Gott. Neutralität des Staates bedeutet nicht Neutralität der Gesellschaft. Die "Enthaltsamkeit" des Staates in Fragen von Religion und Weltanschauung ist gerade die Voraussetzung dafür, dass die Menschen gemäß ihren persönlichen Überzeugungen leben und sie gegebenenfalls kraftvoll in der Öffentlichkeit vertreten können. Das führt zu Dissens und Kontroversen, die in einer pluralen Grundrechtsdemokratie nicht von Übel sind, sondern deren Grundlage bilden. Diesen und weiteren Fragen soll in der Debatte am 29. Mai 2019 sowohl munter und kontrovers als auch klug und respektvoll anderen Meinungen gegenüber nachgegangen werden. Zuhören und mitreden wird sich lohnen.

Der Eintritt zum PaulinerForum ist frei. Voranmeldungen zu dieser Veranstaltung können ab sofort gerichtet werden an: Dr. Annette Weidhas, Evangelische Verlagsanstalt GmbH, Blumenstraße 76, 04155 Leipzig, Telefon: 0341/71141-14, Mail: weidhas@eva-leipzig.de. Damit die Stiftung "Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig" das PaulinerForum künftig auf Dauer als Projektpartner fördern kann, bleiben wir angewiesen auf Spender bzw. Zustifter. Helfen Sie uns! Angaben zum Spendenkonto der Stiftung finden Sie HIER.

 

 


 
 
free counter